Axiallager – Bauarten & Axial-Rillenkugellager
Axiallager – auch Drucklager genannt – nehmen Kräfte in Richtung der Wellenachse auf. Je nach Last und Drehzahl arbeiten sie mit Kugeln, Zylinderrollen, Nadeln oder Tonnenrollen. Die häufigste Bauart ist das Axial-Rillenkugellager: Steinbach führt es ein- und zweiseitig wirkend nach DIN 711 und DIN 715 mit Bohrungen von 10 bis 320 mm.
- Nach DIN 711 und DIN 715
- Ein- und zweiseitig wirkend
- Bohrung 10 bis 320 mm
- Über 170 Ausführungen im Shop

Grundlagen
Axiallager und Radiallager: der Unterschied
Radiallager wie das Rillenkugellager tragen vor allem Kräfte quer zur Welle. Axiallager sind dagegen für Kräfte in Achsrichtung ausgelegt – etwa das Gewicht einer senkrechten Welle, den Schub einer Spindel oder die Last an einem Kranhaken. Nach Norm gilt ein Lager als Axiallager, wenn sein Nenndruckwinkel größer als 45° ist.
Reine Axiallager nehmen keine oder nur geringe Radialkräfte auf. Sie werden deshalb meist mit einem Radiallager kombiniert, das die Welle radial führt.
- Hauptlastrichtung: entlang der Wellenachse
- Typisch für senkrechte Wellen, Drehtische, Hubwerke und Spindeln
- Radiale Führung übernimmt ein zusätzliches Radiallager
Übersicht
Bauarten im Überblick
Welche Axiallager-Bauart passt, hängt von Lasthöhe, Drehzahl und Bauraum. Im Shop führen wir Axial-Rillenkugellager; die übrigen Bauarten beschaffen wir auf Anfrage.
| Bauart | Stärke | Norm |
|---|---|---|
| Axial-Rillenkugellager | rein axiale Last, mittlere Drehzahlen | DIN 711 / 715 |
| Axial-Zylinderrollenlager | hohe Axiallast, steif, niedrige Drehzahlen | DIN 722 |
| Axial-Nadellager | hohe Last bei sehr geringer Bauhöhe | DIN 5405-2 / -3 |
| Axial-Pendelrollenlager | sehr hohe Last, winkeleinstellbar, auch Radialanteil | DIN 728 |
Aufbau
Axial-Rillenkugellager: ein- und zweiseitig wirkend
Einseitig wirkende Axial-Rillenkugellager (Reihen 511 bis 514) tragen Axialkräfte in eine Richtung. Zweiseitig wirkende (Reihen 522 bis 524) haben zwei Kugelkränze um eine mittlere Wellenscheibe und führen die Welle in beide Richtungen. Ausführungen mit kugeliger Gehäusescheibe (Reihen 532 und 533) gleichen zusammen mit einer Unterlagscheibe statische Fluchtungsfehler aus – etwa eine nicht rechtwinklige Anlagefläche, nicht aber eine Wellendurchbiegung im Betrieb.
Wellenscheibe
Kleinere Bohrung, sitzt fest auf der Welle und dreht mit ihr.
Gehäusescheibe
Größere Bohrung, stützt sich im Gehäuse ab – zur Welle bleibt ein Spalt.
Kugelkranz
Kugeln im Käfig zwischen den Scheiben. Das Lager ist zerlegbar und einfach zu montieren.
Datenblatt
Baureihen nach DIN 711 und DIN 715
Mit der Reihe wachsen Außendurchmesser, Bauhöhe und Tragfähigkeit. Bei zweiseitig wirkenden Lagern richtet sich die Bohrungskennzahl nach dem einseitig wirkenden Lager gleicher Baugröße; die mittlere Wellenscheibe hat eine kleinere Bohrung – ein 52205 hat daher 20 mm Bohrung, nicht 25 mm.
Im Shop finden Sie die Reihen 511, 512, 513 und 514, die zweiseitig wirkenden Reihen 522, 523 und 524 sowie 532 und 533 mit kugeliger Gehäusescheibe – von FAG, mit Bohrungen von 10 bis 320 mm.
Alle Axial-Rillenkugellager im Shop| Reihe | Ausführung | Beispiel |
|---|---|---|
| 511 | einseitig, leicht | 51105 · 25 × 42 × 11 |
| 512 | einseitig, mittel | 51205 · 25 × 47 × 15 |
| 513 | einseitig, schwer | 51305 · 25 × 52 × 18 |
| 514 | einseitig, sehr schwer | 51405 · 25 × 60 × 24 |
| 522 | zweiseitig | 52205 · 20 × 47 × 28 |
Einbau
Einbau: keine Radiallast, Mindestlast beachten
Die Wellenscheibe mit der kleineren Bohrung gehört auf die Welle, die Gehäusescheibe ins Gehäuse. Vertauscht, schleift die Gehäusescheibe auf der Welle und das Lager fällt früh aus. Radialkräfte nimmt ein Axial-Rillenkugellager nicht auf – die radiale Führung übernimmt ein zusätzliches Radiallager.
Damit die Kugeln sauber abrollen statt zu gleiten, braucht das Lager eine Mindestaxiallast; bei senkrechten Wellen sorgt oft schon das Eigengewicht dafür. Wegen der Fliehkräfte auf die Kugeln liegt die zulässige Drehzahl niedriger als bei Radiallagern gleicher Größe.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen
Was macht ein Axiallager?
Ein Axiallager nimmt Kräfte auf, die in Richtung der Wellenachse wirken – etwa Gewichts- oder Schubkräfte – und ermöglicht dabei eine reibungsarme Drehbewegung. Die radiale Führung der Welle übernimmt in der Regel ein zusätzliches Radiallager.
Was ist der Unterschied zwischen Radial- und Axiallagern?
Radiallager tragen vor allem Kräfte quer zur Welle, Axiallager Kräfte entlang der Wellenachse. Nach Norm hat ein Axiallager einen Nenndruckwinkel über 45°, ein Radiallager bis 45°. Kombinierte Lasten nehmen Schrägkugel- oder Kegelrollenlager auf.
Welches Lager eignet sich für axiale Belastung?
Für rein axiale Lasten Axiallager: Axial-Rillenkugellager bei mittleren Drehzahlen, Axial-Zylinderrollen- oder Axial-Nadellager bei hohen Lasten, Axial-Pendelrollenlager bei sehr hohen Lasten und Schiefstellung. Wirken radiale und axiale Kräfte gemeinsam, sind Schrägkugel- oder Kegelrollenlager die bessere Wahl.
Dürfen Axial-Rillenkugellager radial belastet werden?
Nein. Axial-Rillenkugellager sind ausschließlich für Axialkräfte ausgelegt. Radialkräfte muss ein zusätzliches Radiallager aufnehmen; die Gehäusescheibe sollte dabei radial frei bleiben, damit sie keine Radialkräfte übertragen kann.
Sind Axiallager und Drucklager dasselbe?
Ja. Drucklager ist die ältere, umgangssprachliche Bezeichnung für Axiallager – beide Begriffe meinen Lager, die Kräfte in Richtung der Wellenachse aufnehmen.
Welche Scheibe kommt beim Axial-Rillenkugellager auf die Welle?
Die Wellenscheibe mit der kleineren Bohrung sitzt fest auf der Welle und dreht mit. Die Gehäusescheibe mit der größeren Bohrung liegt im Gehäuse; zwischen ihr und der Welle bleibt ein Spalt.
Axiallager bestellen oder beraten lassen
Das vollständige Sortiment mit Preisen und Verfügbarkeit finden Sie in unserem Webshop. Bei Fragen zur Auswahl hilft Ihnen unser Team gern weiter.
