Rillenkugellager – Baureihen, Maße & Ausführungen
Das Rillenkugellager ist die meistverwendete Wälzlager-Bauform: einfach aufgebaut, reibungsarm und für hohe Drehzahlen geeignet. Es nimmt radiale Kräfte und zusätzlich axiale Kräfte in beide Richtungen auf. Steinbach liefert Rillenkugellager nach DIN 625 vom Miniaturlager bis zur schweren Baureihe – offen, mit Deckscheiben (2Z) oder Dichtscheiben (2RS), bestellbar über unseren Shop.
- Nach DIN 625
- Bohrung 3 bis 300 mm
- Offen, 2Z oder 2RS
- Über 1.400 Ausführungen im Shop

Grundlagen
Aufbau und Tragverhalten
Ein Rillenkugellager besteht aus Innenring, Außenring, einem Satz Kugeln und dem Käfig, der die Kugeln auf Abstand hält. Beide Ringe haben eine tiefe, ununterbrochene Laufrille, deren Radius nur wenig größer ist als der Kugelradius. Diese enge Schmiegung führt die Kugeln sicher und erlaubt neben der Radiallast auch Axialkräfte in beide Richtungen.
Weil die Kugeln nur punktförmig auf den Laufbahnen aufliegen, bleiben Reibung und Wärmeentwicklung gering – Rillenkugellager erreichen hohe Drehzahlen und laufen leise. Die Kehrseite: Gegenüber Fluchtungsfehlern zwischen Welle und Gehäuse sind sie empfindlich, und bei sehr hohen Lasten tragen Rollenlager gleicher Größe mehr.
- Radiale Last plus axiale Last in beide Richtungen
- Geringe Reibung, hohe Drehzahlen, leiser Lauf
- Nicht zerlegbar und einfach zu montieren
- Nur geringe Schiefstellung zulässig
Datenblatt
Baureihen und Maße nach DIN 625
Die Hauptmaße einreihiger Rillenkugellager sind in DIN 625-1 genormt. Bei gleicher Bohrung unterscheiden sich die Baureihen im Querschnitt: Je schwerer die Reihe, desto größer Außendurchmesser und Breite – und damit die Tragfähigkeit. Ab 10 mm Bohrung bilden die letzten beiden Ziffern die Bohrungskennzahl: 00 = 10, 01 = 12, 02 = 15, 03 = 17 mm, ab 04 ergibt sie mal fünf den Durchmesser in Millimetern. Bei Miniaturlagern unter 10 mm steht die letzte Ziffer direkt für die Bohrung – ein 608 hat 8 mm.
Im Shop finden Sie die Reihen 618, 619, 160, 60, 62, 63 und 64 sowie Miniaturlager, breite und zweireihige Ausführungen – mit Bohrungen von 3 bis 300 mm.
Alle Rillenkugellager im Shop| Reihe | Querschnitt | Beispiel |
|---|---|---|
| 618 | sehr dünn | 61805 · 25 × 37 × 7 |
| 619 | dünn | 61905 · 25 × 42 × 9 |
| 160 | leicht, schmal | 16005 · 25 × 47 × 8 |
| 60 | leicht | 6005 · 25 × 47 × 12 |
| 62 | mittel | 6205 · 25 × 52 × 15 |
| 63 | schwer | 6305 · 25 × 62 × 17 |
| 64 | sehr schwer | 6405 · 25 × 80 × 21 |
Ausführungen
Ausführungen: offen, abgedichtet, Edelstahl
Neben der Baureihe entscheidet die Ausführung über den Einsatz. Sie steht in den Nachsetzzeichen der Bezeichnung – etwa 6205-2RS-C3 für ein beidseitig abgedichtetes Lager mit erhöhter Lagerluft.
Shop-Ratgeber: 2RS oder 2Z – Kugellager-Dichtungen im VergleichOffen oder 2Z
Offen: Schmierung über das Gehäuse, mit Öl für die höchsten Drehzahlen. 2Z: berührungsfreie Deckscheiben aus Blech, werkseitig gefettet.
2RS abgedichtet
Schleifende Dichtscheiben aus Elastomer halten Staub und Spritzwasser fern – wartungsarm mit Fettfüllung.
Lagerluft C3 und C4
Erhöhte Radialluft für höhere Betriebstemperaturen oder feste Passungen auf Welle und im Gehäuse.
Edelstahl & stromisoliert
Nichtrostende Lager für Feuchtbereiche, isolierte Ausführungen gegen Lagerströme im Elektromotor.
Einbau
Einbau: Passung und Lagerluft
Der Ring, der sich gegenüber der Lastrichtung dreht – meist der Innenring auf der Welle –, braucht einen festen Sitz; der andere darf etwas lockerer sitzen. Beim Einpressen wird die Kraft ausschließlich über den Ring mit Presssitz eingeleitet, nie über die Kugeln: Sonst entstehen Eindrücke in den Laufbahnen, die das Lager später laut laufen lassen.
Enge Passungen und Wärme verringern die Lagerluft im Betrieb. Treffen beide zusammen – etwa bei Elektromotoren –, ist die Ausführung C3 die übliche Wahl. In einer Fest-Los-Lagerung übernimmt eines der beiden Lager die axiale Führung (Festlager), das andere gleicht Längenänderungen der Welle aus (Loslager); alternativ werden zwei Lager gegeneinander angestellt oder schwimmend angeordnet.
Beratung
Auswahl und Beratung
Liegt die Bezeichnung des alten Lagers vor, ist die Auswahl meist schnell erledigt: Die Hauptmaße nach DIN 625 sind herstellerübergreifend gleich; unterschiedlich sind vor allem die Kürzel der Zusätze – ein gedichtetes 6205 heißt bei FAG etwa 6205-2RSR, bei SKF 6205-2RSH –, daneben auch Käfig, Dichtungsbauart und Tragzahlen. Neu auszulegen sind Baureihe und Ausführung nach Last, Drehzahl, Umgebung und Temperatur.
Unser Rillenkugellager-Sortiment umfasst über 1.400 Artikel von FAG, SKF und INA, bestellbar über antriebstechnik.shop. Bei Sonderfällen – Umschlüsselung fremder Kennungen, Lagerluft oder Lagerströme – berät Sie unser Team.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen
Was ist ein Rillenkugellager?
Ein Rillenkugellager ist ein Wälzlager, dessen Kugeln in tiefen Laufrillen von Innen- und Außenring abrollen. Es nimmt radiale und in geringerem Maß axiale Kräfte in beide Richtungen auf, läuft reibungsarm und eignet sich für hohe Drehzahlen – die vielseitigste und häufigste Lagerbauform.
Welche Größen gibt es bei Rillenkugellagern?
Die Hauptmaße sind nach DIN 625 in Baureihen genormt: von sehr dünnen Reihen (618, 619) über leichte (160, 60) und mittlere (62) bis zu schweren (63, 64). Bei gleicher Bohrung wachsen Außendurchmesser und Breite mit der Reihe. Bei Steinbach reichen die Bohrungen von 3 mm (Miniaturlager) bis 300 mm.
Welche Nachteile haben Rillenkugellager?
Sie vertragen nur geringe Schiefstellungen zwischen Welle und Gehäuse und tragen wegen des Punktkontakts weniger als Rollenlager gleicher Größe. Für hohe einseitige Axiallasten sind Schrägkugellager oder Axiallager besser geeignet, bei Fluchtungsfehlern Pendelkugel- oder Pendelrollenlager.
Wie viel Axiallast verträgt ein Rillenkugellager?
Rillenkugellager nehmen neben der Radiallast auch Axialkräfte in beide Richtungen auf. Wie hoch diese sein dürfen, hängt von Baugröße, Lagerluft und Drehzahl ab und ist dem Herstellerkatalog zu entnehmen. Überwiegen die Axialkräfte, sind Schrägkugellager oder Axiallager die bessere Wahl.
Was bedeuten 2RS, 2Z und C3?
2RS steht für beidseitig schleifende Dichtscheiben aus Elastomer, 2Z für beidseitig berührungsfreie Deckscheiben aus Blech. C3 bezeichnet eine Radialluft größer als normal. Die Kürzel variieren leicht je Hersteller, etwa 2RSR bei FAG oder 2RSH bei SKF.
Welche Norm gilt für Rillenkugellager?
Einreihige Rillenkugellager sind in DIN 625-1 genormt, zweireihige in DIN 625-3. Die übergeordneten Maßpläne der Radiallager legt ISO 15 fest, die Toleranzen ISO 492 und die Lagerluft ISO 5753-1. Dank dieser Normen sind Lager verschiedener Hersteller maßgleich austauschbar.
Rillenkugellager bestellen oder beraten lassen
Das vollständige Sortiment mit Preisen und Verfügbarkeit finden Sie in unserem Webshop. Bei Fragen zur Auswahl hilft Ihnen unser Team gern weiter.

