Dichtungen
Dichtungen halten Schmierstoff im Lager und Schmutz, Staub sowie Feuchtigkeit draußen – und entscheiden damit maßgeblich über Lebensdauer und Wartungsaufwand von Wellen, Wälzlagern und Getrieben. Ob radial an der rotierenden Welle, axial gegen ein feststehendes Bauteil oder als Verschluss ungenutzter Bohrungen: Für jede Einbausituation gibt es die passende Bauform und den richtigen Elastomer-Werkstoff. Die Steinbach GmbH führt das Sortiment von Wellendichtringen über V- und Axial-Dichtungen bis zu O-Ringen und Verschlusskappen.

Nach DIN 3760
Wellendichtringe (Simmerringe) in den Formen A, AS und AO.
NBR, FKM & FFKM
Passender Elastomer-Werkstoff für Öl, Kraftstoff, Temperatur und Chemie.
Komplettes Programm
Wellendichtringe, V- und Axial-Dichtungen, O-Ringe und Verschlusskappen.
Beratung nach Maß
Hilfe bei Werkstoff, Maß (d×D×b) und eingelaufenen Wellen.
Was Dichtungen in der Antriebstechnik leisten
Dichtungen trennen zwei Bauteile so voneinander ab, dass über die Trennstelle kein oder nur ein begrenzter Stoffaustausch stattfindet. Bei statischen Dichtungen stehen die Dichtflächen still; bei dynamischen läuft die Lippe auf einer sich drehenden oder hin- und herbewegenden Welle.
Am verbreitetsten ist der Wellendichtring, vielfach Simmerring genannt, normiert nach DIN 3760 (ISO 6194). In ihm wirken drei Bauteile zusammen: ein nachgiebiger Dichtkörper aus Elastomer, eine Zugfeder und ein metallisches Versteifungsblech. Die federbelastete Lippe schmiegt sich an die Welle an und streift austretendes Schmiermittel zurück in den Dichtraum. Worauf es ankommt: Die Dichtung muss bei den vorgesehenen Drehzahlen, Temperaturen und Medien über die geforderte Standzeit dicht bleiben – und dabei die Welle möglichst wenig bremsen.
Bauformen und Arten
Welche Dichtung infrage kommt, ergibt sich aus Einbauraum, Belastung und abzudichtendem Medium. Das Sortiment deckt die gängigen Bauformen für die industrielle Wellen- und Lagerabdichtung ab:
- Wellendichtringe (Simmerringe): radiale Abdichtung rotierender Wellen nach DIN 3760 / ISO 6194, lieferbar in den Ausführungen A (ohne Schutzlippe), AS (mit zusätzlicher Staublippe) und AO (außen gummiert).
- V-Ringe: elastische Axialdichtungen, die auf der Welle sitzen, mitrotieren und mit ihrer Lippe seitlich gegen ein ortsfestes Bauteil drücken – als nutfreier Staubschutz vor offenen oder gedeckelten Lagern.
- Axial-Dichtungen: für die axiale Abdichtung, wenn ein radialer Wellendichtring nicht eingebaut werden kann, etwa bei beengten Verhältnissen oder fehlender zylindrischer Dichtfläche.
- O-Ringe: vielseitige statische und dynamische Rundschnurringe zum Abdichten von Flanschen, Deckeln und Verschraubungen in zahlreichen Abmessungen und Werkstoffen.
- Verschlusskappen: verschließen ungenutzte Lager- und Gehäusebohrungen gegen Staub und Feuchtigkeit, meist werkzeugfrei montierbar.
Werkstoffe und Temperaturbereiche
Der Elastomer-Werkstoff legt den Einsatzbereich einer Dichtung weitgehend fest. NBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk) ist der wirtschaftliche Standard für übliche Industrieanwendungen mit Mineralölen, Fetten und Wasser im Bereich von etwa −40 bis +100 °C. FKM (Viton) bietet sich bei höheren Temperaturen bis rund +200 °C sowie bei Kraftstoffen, synthetischen Ölen und Chemikalien an. FFKM (Perfluorkautschuk) ist für Grenzfälle gedacht, die normale Elastomere nicht überstehen – beispielsweise in Prozessanlagen, der Pharmaproduktion oder der Halbleiterfertigung.
Für hohe Umfangsgeschwindigkeiten oder besonders anspruchsvolle Medien stehen zudem Sonderausführungen, beispielsweise mit PTFE-Dichtlippe, zur Verfügung.
Für höchste chemische und thermische Beständigkeit führen wir mit ExLAST® unsere eigene FFKM-Perfluorelastomer-Marke – O-Ringe ab Lager, Sondertypen auf Anfrage. Details finden Sie auf der ExLAST®-Seite (siehe „Verwandte Themen").
Auswahl und Beratung
Für die richtige Dichtung sind Dichtungstyp, Abmessungen, Werkstoff und Bauform aufeinander abzustimmen. Beim Wellendichtring legen Sie die drei Maße nach DIN 3760 bzw. ISO 6194 fest und geben sie als d×D×b an – also Wellendurchmesser, Gehäusebohrung und Breite, zum Beispiel 30×47×7. Für saubere Umgebungen reicht die Grundvariante A; bei Staubanfall hält die Staublippe der AS Partikel fern, und die außen gummierte AO dichtet zusätzlich den Gehäusesitz statisch ab.
Prüfen Sie außerdem Drehzahl, Temperatur sowie Rauheit und Härte der Gegenlauffläche. Bei eingelaufenen Wellen lässt sich die Dichtfläche oft mit einer Wellenschutzhülse wiederherstellen. Bei Fragen zu Auswahl, Werkstoff oder Abmessung berät Sie das Team der Steinbach GmbH gern.
Bauformen & Unterkategorien
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Häufige Fragen
Sind Wellendichtring und Simmerring dasselbe?
Ja. Simmerring ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den Radial-Wellendichtring nach DIN 3760. Der Name geht auf einen Markenbegriff der Firma Freudenberg aus den 1930er-Jahren zurück; technisch beschreiben beide Begriffe dasselbe Bauteil.
Wann ist FKM die bessere Wahl als NBR?
FKM (Viton) empfiehlt sich bei dauerhaften Temperaturen über 100 °C sowie beim Kontakt mit Kraftstoffen, synthetischen Ölen oder aggressiven Chemikalien. Für Standardfälle mit Mineralöl und Fett bis etwa 100 °C genügt das günstigere NBR.
Wofür stehen die Bauformen A, AS und AO?
Die Grundvariante A trägt nur die Dichtlippe. Bei AS kommt eine vorgelagerte Staublippe hinzu, die Partikel von außen fernhält. Die Variante AO ist mantelseitig gummiert und übernimmt damit zugleich die Abdichtung zum Gehäusesitz.
Wann setzt man einen V-Ring ein?
Der V-Ring wird direkt auf die Welle gezogen, dreht mit ihr und dichtet axial gegen ein feststehendes Bauteil ab. Weil keine Nut im Gehäuse nötig ist, eignet er sich besonders als vorgelagerter Schmutzfänger bei Lagern, die offen oder nur einseitig gedeckt eingebaut sind.
Wie bestimme ich die Größe eines Wellendichtrings?
Maßgebend sind drei Werte – der Durchmesser der Welle (d), der Innendurchmesser der Aufnahmebohrung (D) und die Bauhöhe (b). Notiert wird die Kombination d×D×b (Beispiel 30×47×7); die zulässigen Größen sind in DIN 3760 in festen Reihen hinterlegt.
Ratgeber & Wissen
Praxis-Ratgeber rund um Dichtungen – Auswahl, Einbau und Wartung Schritt für Schritt erklärt:
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